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Halten wir fest:
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Das Wort hängen gibt es als schwaches und als starkes Verb.
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Das Wort hängen wird in vielen verschiedenen Bedeutungen verwendet.
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Früher, vor rund 1.200 Jahren, gab es für das starke und das schwache Verb und auch für die verschiedenen Bedeutungen noch verschiedene Wörter.
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Das Wort hāhan (ahd.) bezeichnete den aktiven Vorgang im Sinne von aufhängen. Die Vergangenheitsformen hierzu waren hiang, bzw. hieng.
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Demgegenüber wurde mit hangēn die Bedeutung abhängig sein, aufgehängt sein verbunden. Die Vergangenheitsform hierzu lautete hangēta.
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Das althochdeutsche Wort hengen bedeutete erlauben oder gehorchen. Das alte Wort gihengen bedeutete demzufolge zustimmen.
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Daneben gab es auch noch das Wort henken im Sinne von etwas aufhängen. Diese Bedeutung hat sich später verengt auf die Bedeutung eine Person aufhängen. Im Wort der Henker ist dieses alte Verb noch erhalten geblieben.
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Darüber hinaus gab es in den verschiedenen Sprachregionen weitere unterschiedliche Schreibweisen, z. B. hangjan, hengan, henchan.
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Nach dem Mittelalter vermischten sich die verschiedenen Bedeutungen und Schreibungen der Wörter. In einigen Regionen machte man keinen Unterschied zwischen dem Vorgang (aufhängen) und dem Zustand (hängen), in anderen Regionen vermischten sich die Vergangenheitsformen. Es entstand im deutschsprachigen Raum ein ziemliches Durcheinander.
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Anfang des 19. Jahrhunderts versuchten verschiedene Sprachforscher im deutschsprachigen Raum einheitliche Schreibungen durchzusehen. Die bekanntesten waren Johann Christian Adelung und die Brüder Grimm. Seit dieser Zeit wurde wieder zwischen dem aktiven (transitiven) und passiven (intransitiven) Gebrauch des Wortes unterschieden.
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In seiner ersten Ausgabe des Rechtschreibwörterbuches übernahm Konrad Duden 1880 diese Unterscheidung: Für die Beschreibung eines Zustandes wurde hangen (Vergangenheit hing, gehangen) und für den aktiven Gebrauch hängen (Vergangenheit hängte, gehängt) ins Wörterbuch übernommen.
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Diese Unterscheidung wurde auch in das Wörterverzeichnis der ersten amtlichen Rechtschreibreform von 1901 (Duden 1901) aufgenommen. Sie blieb bis zur 13. Auflage des Rechtschreibdudens (1947) erhalten.
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In der Alltagssprache hat sich diese Unterscheidung aus dem 19. Jahrhundert jedoch nie richtig durchgesetzt.
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Daher wurde sie mit der 14. Auflage des Rechtschreibdudens (1954) endgültig aufgegeben. Erst seit rund 60 Jahr schreiben wir in der Grundform des Verbs immer hängen und unterscheiden nur die Vergangenheitsformen.
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Mit der Rechtschreibreform von 2006 wurde die Unterscheidung zwischen hangen und hängen dann auch offiziell aufgegeben.
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